Die geschichte der Burg

Die geschichte der Burg

Die Gemeinde erhielt ihren Namen nach ihren ersten Besitzern, dem Geschlecht Vason. Der erste bekannte Angehörige des Geschlechts Vason war Ákos, der am Anfang des 13. Jahrhunderts Obergespan von mehreren Komitaten, dann Banus und später, vom Jahre 1216 an, Hofrichter der Königin war. Bis 1217 war Vason im Besitz des Banus Salamon, der das Gelöbnis abgelegt hatte, am Kreuzzug des Königs Endre II. teilzunehmen. Da er dies nicht ausführte, hinterließ er testamentarisch seinen Besitz dem Ritter András Calcus (Kahlkopf), der aller Wahrscheinlichkeit nach an seiner Stelle im Heere von Endre II. im Heiligen Lande kämpfte. András Calcus hatte den Besitz an András Igmándi für 100 Mark verkauft.

Nagyvázsony
Ferenc Tamás Grafiken - rekonstruktive Vision

Ende des 14. Jahrhunderts befindet sich die Gegend in der Hand der Familie Vesen (Vezseny). Eine Urkunde berichtet davon, daß Königin Maria im Jahre 1384 den in ihrem Dienste stehenden László Vezsenyi ermächtigte, auf ihrem naheliegenden Besitz (oberhalb von Pécsely) eine Festung zu errichten. Die Reste dieser Festung sind bis heute noch zu sehen: die Burg Zádor.

Die Burg in Vázsony mag in der Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden sein; an der Stelle, wo sich die Straße aus Buda in zwei Richtungen teilte. 1469 wird sie erstmals unter dem Namen Wasonkew (Vázsonykő) urkundlich erwähnt. Der aus dieser Zeit stammende spätgotische Wohnturm hatte seinen Eingang in der Höhe der ersten Etage. Der zwischen Eingang und Bodenebene bestehende Unterschied wurde mit einer Holztreppe überbrückt. Zwischen der Treppe und dem Eingang befand sich eine Zugbrücke. Das Ganze wurde umfasst von einer Einfassungsmauer. In der zweiten, durch die Renaissance gekennzeichneten Bauperiode können das Frauenhaus, der sogenannte Torturm und der sich vor dem Turm befindliche Wolfsgraben angelegt worden sein.

Der letzte männliche Sproß der Familie Vezsenyi, László, wurde 1462 von König Matthias als Botschafter nach Rom und Ferrara geschickt. Nach seinem Tode gingen die Burg und das Dorf Naghwason an den König über. König Matthias schenkt den Besitz - die Burg und dazuhörigen Dörfer - im Jahre 1472 dem "türkenbesiegenden" Kinizsi Pál. Der weitere Ausbau und Befestigung der Burg ist mit seinem Namen zu verknüpfen. Zu seiner Zeit wurde die um den inneren Burgturm auch heute noch sichtbare Schutzmauer des äußeren Turmes gebaut.

Kinizsi hatte auf die Bruchstellen der Schutzmauern je ein Türmchen bauen lassen. Die befestigte Burg konnte jedoch 1490 den Thronbewerbers Maximilian nicht standhalten. Nach einem Jahr eroberte Kinizsi die Burg zurück und schenkte sie seiner jungen Gattina, Benigna Magyar. Nach der Rückeroberung der Burg hat Kinizsi die Umfassungsmauern mit Streibepfeilern befestigt, den Wolfsgraben mit dem Wasser des aufgestauten Séd-Baches aufgefüllt. Zu dieser Zeit eroberte er Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) von Maximilian zurück. Ein Jahr später findet man Kinizsi bereits bei Belgrad, wo er mit seiner Truppen versucht, die Einnahme von Belgrad und damit den Drang der Türken nach Norden zu verhindern. Um ihn für seine Verdienste zu belohnen, ernannte König Wladislaus Kinizsi zum Landesrichter. Seinen letzten Feldzug führte Kinizsi im Herbst 1494 beim Zurückdrängen des türkischen Heeres aus. Er war zu dieser Zeit schon schwer krank. Er starb, ohne ein Testament zu hinterlassen.

Die junge Witwe heiratete nach dem Tode Kinizsis noch zweimal. Ihr zweiter Ehegatte, Márk Horváth, stürzte 1508 vom Pferd und brach sich das Genick. Ein Jahr darauf heiratete Benigna Gergely Kereky. Nach zehn Jahren Ehe ließ sie ihn jedoch ermorden und in den Burggraben werfen. Für ihre Tat wurde sie zum Tode verurteilt und ihr Besitz beschlagnahmt. Aufgrund der Verdienste ihres Vaters, Balázs Magyar, und der ihres Ehemannes, Pál Kinizsi, begnadigte sie König Kudwig II. und verbannte sie in die Burg Zsolna-Litva, wo sie auch starb. Die Burg schenkte der König der Königin Maria.

Nach der Niederlage bei Mohács schenkte König János Szapolyai die Burg samt den umligenden Dörfen seinem Anhänger Ferenc Bodó. Die Gegend geriet unter türkische Verwaltung, die Burg war jedoch strategisch nicht wichtig, sie spielte als Grenzfestung keine Rolle. 1569 ist die erste Vermessung und die erste Zeichnung der Burg vom namhaften, ita-lienischen Ingenieuroffizer G. Turco angefertigt und unter seiner Anleitung Befestigungsarbeiten durchgeführt worden. Die ungünstig gelgene Burg blieb trotzdem nur eine Zuflucht vor den Türken für die Bevölkerung der Gegend. Auf die Nachricht vom Fall Veszpréms (im Jahre 1594) flüchtete auch die Wachmannschaft von Vázsony. Die Truppen Bocskais nahmen 1606 die Burg für einige Tage mit Hilfe einer List ein. Mit einer ähnlichen List eroberte sie István Török zurück. Im Jahre 1643 soll die Burg noch einmal unter dem türkischen Krieg leiden. Im Jahre 1649 übereignet Ferdinand III. die Burg dem Vizegeneral István Zichy, der gleichzeitig auch Burgkaitän wurde. Die Namen der Burgkapitäne sind schön der Reihe nach auf uns geblieben, von den wichtigeren Kriegsereignissen um die Burg herum jedoch schweigen die Chroniken. Nach der Rückeroberung von Buda geriet die Burg und ihre Umgebung in den Bannkreis des Rákóczi-Freiheitskampfes. Nagyvászony wurde zu einem Stützpunkt der transdanubischen Feldzüge von Vak Bottyán (Bottyán dem Blinden).

Zu der Zeit nach dem Szatmárer Friedensvertrag ist die Burg in einem sehr traurigen Zustand, sie ist unbewohnbar geworden und das zerstörte, fast menschenleer gewordene Besiztum war mit Schulden überlastet. In dem ehemaligen Wohnturm ist ein Gefängnis eingerichtet worden. 1756 übergab die Familie Zichy die Burg von großer Vergangenheit den Schnapsbrennern. 1857 brach in der Ruinenburg ein Feuer aus, wobei fast die ganze Burg ausbrannte. Anfang des 18. Jahrhunderts ließ der neue Besitzer, Imre Zichy, deutsche Siedler im entvölkerten Gebiet ansiedeln. An Stelle der fortziehenden Ungarn kamen Anfang des 19. Jahrhunnderts erneut deutsche Siedler. Indessen erbauten sich die Zichys ein Barok-Schloß in der Gemeinde. Im Jahre 1805 richtete man hier in "Nagovason" eine Station für die Postkutche ein, die zwischen Buda und Tapolca durch Fehérvár und Veszprém verkehrte. Urkunden aus dem Jahr 1848 zeugen davon, daß die Gemeinde, 1913 gelang sie jedoch erneut in den Besitz der Familie Zichy, deren Eigentum sie bis zur Bodenverteilunkg blieb. Die Wiederherstellung der Burg wurde unter der Leistung der Landesverwaltung für Kunstdenkmäler 1960 beendet.

Nagyvázsony
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Der wiederhergestellte Barbakan, in dessen Schießscharten Geschütze untergebracht werden konnten, war der ernsthafteste Schutz der Burg. Die Verteidiger hielten sich in dem aus Holz gebauten und überdachten Mordgang. Bei dem zur Gänze wiederhergestellten Wolfsgraben finden wir jene Quelle deren Wasser den Wolfsgraben und den Wasserspeicher der inneren Burg speiste. Durch den Torturm hindurch gelangt man in den Burghof. Zuerst fällt der Blick auf ein Wasserbecken mit viel glitzendem Kleingeld. Im Westen wird der Hof vom Palastteil begrenzt, heute kann man nur in die Räumlichkeiten des Erdgeschosses eintreten. Die Räumlichkeiten der Etage bewohnte der Burgkapitän mit seinem Volk, die des Erdgechosses die Soldaten. Vom ersten Stock ist nur noch die Kapelle zu sehen. Der Grabstein von Pál Kinizsi wurde hier untergebracht.

PÁL KINIZSI

Der heldenhafte Heersführer von König Matthias, Pál Kinizsi, ist schon lange zu einer sagenhaften Gestalt geworden. Den wahrscheinlichsten Angaben nach ist er in Nagyvázsony geboren. Die der Volksphantasie entstammenden Traditionen stimmen auch in der Tatsache überein, daß Pál Kinizsi überall als Müllersgeselle bezeichnet wurde.
"Seine große Kraft und seine scharfer Verstand"  ließen ihn schließlich zu einem türkenbesiegenden, viel Triumph erntenden, ruhmreichen Heersführer werden, der jede Schlacht gewann.

Zuerst diente er im Heer von Balázs Magyar. 1468 ist er schon Heerführergeführte von ihm, Befehlshaber der Spiegelberg und Olmütz stürmenden ungarischen Truppen. Für seinen Heldenmut und seine Treue erhalt er 1472 die Burg Vázsonykő samt den dazugehörenden Dörfern. Spater nahm Balázs Magyar Kinizsi als Sohn an und sie schlossen einen gegenseitigen Erbvertrag.

Die Kriegszüge des Jahres 1479 hoben den Ruf Kinizsis weiter. Die Schlacht von Kenyérmező war - nach der heldenhaften Verteidigung von Belgrad (damals ungarisch Nándorfehérvár - eine der größten Niederlagen der Türken. Der Siebenbürger Wojwode, István Báthory, begann die Schlacht mit seinen kleinen Heerskräften. Die türkische Übermacht hatte sie schon fast zerrieben, als Kinizsi mit seinem berühmten Tanz, zwei tote Türken dabei umarmend.
1482 drangen die Türken bis nach Temeschburg vor. Bei Becse erringt Kinizsi einem vollkommenen Sieg über sie. Die folgenden wenigen Friedensjahre benutzt Kinizsi, Vázsony zu einer Blüte zu bringen. Zu jener Zeit gründete er das Paulienerkloster und beendete den Wiederaufbau der Pfarrkirche der Gemeinde.

In diese Jahre könnte seine Heirat mit Benigna, der Tochter des Siebenbürger Wojwoden, kroatischen Banus und Hauptkapitän des nördlichen Heeres, Balázs Magyar, fallen. Mit dieser Heirat wurde Kinizsi in die Reihe der wohlbegüterten Aristokraten des Landes aufgenommen.

Nach dem Tode Königs Matthias ernannte König Wladislaus Kinizsi zum Landesrichter. Seine sterbliche Hülle wurde nach Hause, nach Nagyvázsony überführt und in der Kapelle des von ihm gegründeten Paulinerklosters beigestzt. Seine Gattin, Benigna Magyar, ließ über seinen Ruheplatz einem aus rotem Marmor gemeißelten Grabstein aufstellen.

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